Wanderausstellung »Banditi e ribelli«

Wanderausstellung »Banditi e ribelli«

Die fotodokumentarische Ausstellung ›Banditi e ribelli‹ von ISTORECO Reggio Emilia und
CultureLabs Berlin erzählt die Entwicklung des Partisanenkrieges in Italien zwischen 1943 und 1945. Kurze chronologisch aufgebaute Texte des Historikers Santo Peli und mehr als 120 Fotografien dokumentieren das Leben und die Anstrengungen der jungen Frauen und Männer, die gegen den Krieg, gegen Faschismus und gegen die Greuel der deutschen Besatzung kämpften.

Erlangen: 26. März bis 20. April 2018 im Rathaus (Foyer)
— BEGLEITPROGRAMM – VERANSTALTUNGEN —–

21.03. |20 Uhr | Selbstverwaltetes Zentrum im Wiesengrund Wöhrmühle 7: CasaPound Italia – mit Heiko Koch – Autor des Buches »CasaPound Italia. Mussolinis Erben«. CasaPound nennt sich eine  faschistische Bewegung in Italien. Sie dient europaweit vielen anderen rechten Bewegungen als Vorbild.

26.03.18 |17:00 Uhr | Rathausfoyer: Eröffnung der Ausstellung »banditi e ribelli«
Mit Steffen Kreuseler vom ISTORECO Reggio Emilia

29.03.18 |18:00 Uhr |Kino im E-WerkDie Geige aus Cervarolo – erzählerischer Dokumentarfilm

02.04.18 |18:00 Uhr |Kino im E-Werk: Das zweite Trauma – Dokumentarfilm

12.4. | 20:00 Uhr | Stadtbibliothek: Aufführung der Klangcollage »Projekt Partigiani« des Erlanger Musikers Stefan Poetzsch (Violine/Viola/Sounddesign) und Günter Leitzgen (Lesung)

13.4. | 20:00 Uhr | Stadtbibliothek: Die Resistenza und das Massaker von Cumiana – mit Marco Comello, Historiker aus Cumiana. Cumiana und Erlangen verbindet inzwischen eine Städtefreundschaft.

17.04. | 20:00 Uhr | Volkshochschule  – vhs club INTERNATIONAL: »Ich mache das alles, weil ich es mir ausgesucht habe« – Frauen im italienischen Widerstand – mit Nadja Bennewitz, Historikerin M.A.

19.04. |20:00 Uhr | Lesecafé Hauptstraße 55: Im Märkischen Sand – NS-Massaker an italienischen Militärinternierten
– mit den Filmemacher*innen Nina Mair und Matthias Neumann 

 

Mittwoch | 21.03.18 |20 Uhr | Selbstverwaltetes Zentrum im Wiesengrund
Wöhrmühle 7, Erlangen
CasaPound Italia
Mit Heiko Koch – Autor des Buches »CasaPound Italia. Mussolinis Erben« 

CasaPound nennt sich eine faschistische Bewegung in Italien. Sie dient europaweit vielen anderen rechten Bewegungen als Vorbild.
Seit 2013 tritt sie auch zu Wahlen an und hat seitdem gut ein Dutzend Kommunalsitze errungen. Im November 2017 vereinte sie in dem römischen Stadtteil Ostia 9 % der Stimmen auf sich. Die Bewegungspartei sieht sich in der Tradition der „revolutionären Jahre“ des italienischen Faschismus von 1919 – 1923.

Montag |26.03.18 |17:00 Uhr | Rathausfoyer
Eröffnung der Ausstellung »banditi e ribelli«
Mit Steffen Kreuseler vom ISTORECO Reggio Emilia

Geige aus Cervarolo29.03.18 |18:00 Uhr |Kino im E-Werk (Fuchsenwiese 1)
Die Geige aus Cervarolo
– erzählerische Dokumentation von Nico Guidetti, Matthias Durchfeld
Die Geige aus Cervarolo handelt von einem Massaker im italienischen Apenninen-Dorf Cervarolo durch deutsche Truppen im März 1944. Und es ist die Geschichte der Geige des Musikers Virgilio Rovali aus Cervarolo – sein Sohn macht sich auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit. Auch aufgrund seiner Recherchen wurden 2011 in Verona Angehörige der Fallschirm-Panzer-Division „Hermann Göring“ als Kriegsverbrecher verurteilt. Der Film dokumentiert die Prozesse aus Perspektive der Überlebenden und Angehörigen der Opfer und gibt ihnen eine Stimme.
Weitere Infos

02.04.18 |18:00 Uhr |Kino im E-Werk (Fuchsenwiese 1)
Das zweite Trauma – Dokumentarfilm von Jürgen Weber
Im nordtoskanischen Bergdorf Sant’Anna di Stazzema wurde den im Sommer 1944 rund 560 Menschen von Einheiten der Waffen-SS teils unvorstellbar grausam umgebracht. 2015 wurde das Verfahren gegen den letzten noch lebenden Kriegsverbrecher dieses Massakers in Deutschland eingestellt. In seinem Autorenfilm „Das zweite Trauma – das ungesühnte Massaker von Sant’Anna di Stazzema“ zeichnet Jürgen Weber historische und juristische Sachverhalte nach. Der Film lässt aber auch den Erinnerungen und Emotionen der Überlebenden Raum.

Donnerstag | 12.04.18 | 20:00 Uhr | Stadtbibliothek | Marktplatz 1, Erlangen
Klangcollage »Projekt Partigiani« mit Stefan Poetzsch

Ein Hörspiel aus Interviews mit Zeitzeugen, Anklänge und Erweiterungen von Partisanenliedern, Wortfetzen, Literatur und Klang.
Eine Mischung aus live gelesener Literatur und Dokumenten, Klängen, Musik – gemischt mit O-Tönen.
Überlappungen von Text und Klang, die einen emotionalen Zugang zum Thema erlauben.

Stefan Poetzsch (Violine/Viola/Sounddesign) und Günter Leitzgen (Lesung) zeigen in der Aufführung eine überarbeitete Version der schon 2001 aufgeführten Urversion.
Die Klangcollage erhebt nicht den Anspruch einer Dokumentation, sondern ist eine klangliche Verarbeitung von Stimmen und Musik.
Originalstimmen von ZeitzeugInnen, Aufnahmen originaler Partisanenlieder und Textpassagen aus Büchern ergänzen eigene Arrangements und extra für dieses Projekt erstellte Kompositionen.
Die Originalstimmen, der im September 2000 befragten ehemaligen PartisanInnen, die nun mit einem gewissen Abstand über die damaligen Erlebnisse und Aktivitäten aus der Erinnerung berichten, haben ihren ganz eigenen Charakter. Die Stimmen der Übersetzer vor Ort sind oft in unbearbeiteter Form zu hören.
Für die Musik wurden Lieder der Resistenza bearbeitet und fließen in Form einzelner Töne, Klänge, Passagen oder typischer Rhythmik ein. Das musikalische Material entstammt überwiegend diesen Liedern. Die vorliegenden Melodien wurden als instrumentale Interpretationen bearbeitet.

Stefan Poetzsch und Günter LeitzgenAus dem reichhaltigen Interviewmaterial wählte Stefan Poetzsch Informationen aus, die in gedruckter Form oder auch in anderem Zusammenhang nicht spektakulär genug wären oder durch die Form des Berichtes nicht in Frage kommen würden. Es werden auch Sätze oder Wortfetzen wiederholt, die von ihrer Bedeutung vielleicht unwichtig sind, durch die klangliche Hervorhebung aber Assoziationen wecken.

Bei der ausgewählten Literatur handelt es sich u.a. um Auszüge oder Splitter aus „Der verschollene Deutsche“ von Nuto Revelli – einem ehemaligen Partisanenoffizier – und „Für Violine Solo“ von Aldo Zargani, der als jüdisches Kind die Zeit der Judenverfolgung bei PartisanInnen überlebte.
Poetzsch/Leitzgen realisierten schon viele Klang/Text – Produktionen, z.B. im Rahmen des Ensembles Parkzone 4 (mehrere Aufführungen beim Hörkunstfestival Erlangen) oder mit dem Stefan Poetzsch Ensemble.

** gefördert durch die

 

Freitag |13.04.18 |20:00 Uhr |Stadtbibliothek | Marktplatz 1, Erlangen
Die Resistenza und das Massaker von Cumiana
Mit Marco Comello, Historiker aus Cumiana

Gedenken an die Opfer auf dem Friedhof von Cumiana

In seinem Buch »Covo di banditi« beschreibt der Historiker Marco Comello aus Cumiana eines der größten Massaker während der deutschen Besetzung Italiens: 51 Zivilisten werden in Cumiana als Vergeltung für eine Partisanenoperation erschossen. Im Herbst 1999 erhob die Turiner Militärstaatsanwaltschaft in dieser Sache Anklage gegen Anton Renninger aus Erlangen. Nach Zeugenaussagen war er damals mit einer italienischen SS-Einheit unter deutschem Kommando in Cumiana. Anton Renninger starb im April 2000, bevor der Prozess beendet werden konnte. Besuche und Recherchen des Erlanger Bündnis für Frieden und des Vereins zur Förderung alternativer Medien in Cumiana im Jahr 2000 waren der Ursprung für eine Städtefreundschaft zwischen Cumiana und Erlangen.
Einleitend gibt es einen kurzen historischen Überblick zur Resistenza und der damaligen Situation in Italien.

 

Dienstag |17.04.18 | 20:00 Uhr | Volkshochschule  – vhs club INTERNATIONAL
Friedrichstr. 17 (Innenhof), Erlangen
»Ich mache das alles, weil ich es mir ausgesucht habe« – Frauen im italienischen Widerstand
Mit Nadja Bennewitz, Historikerin M.A.

Sie haben mit der Waffe gekämpft, nahmen politische Führungspositionen ein, überbrachten als Stafetten Nachrichten und Munition, gründeten Frauenverteidigungsgruppen und organisierten Streiks – der Widerstand italienischer Frauen gegen Faschismus und deutsche Besatzung von 1943-45 war nicht weniger konsequent als der von Männern. Dass ihr Geschlecht jedoch immer eine Rolle spielte, erfuhren sie von den deutschen Besatzern und spätestens bei der Befreiung auch von ihren eigenen Genossen: Bei den Umzügen durch die Städte nach ihrer Befreiung im April 1945 durften Frauen nicht in den Partisanenformationen mitlaufen. Ihrer Bedeutung sind sich die Partisaninnen dennoch bis heute bewusst: »Die Arbeit der Frauen war das Rückgrat der resistenza«, so Annita Malavasi, Kampfname »Laila« bei einem Interview.

Donnerstag |19.04.18 |20:00 Uhr | Lesecafé
Hauptstraße 55 (Altstadtmarktpassage), Erlangen
Im Märkischen Sand – NS-Massaker an italienischen Militärinternierten
Mit Filmemacher Matthias Neumann und Regisseurin Nina Mair

Am 23. April 1945 wurden in einer Sandgrube bei Treuenbrietzen (Brandenburg) 127 italienische Zwangsarbeiter – sogenannte Militärinternierte – von Angehörigen der deutschen Wehrmacht erschossen. Das Massaker wurde vergessen. Doch dann kehrt die Geschichte zurück. Als die Bewohner der Stadt beginnen, sich der Vergangenheit zu stellen, kommen verdrängte Erinnerungen hoch an die Gewaltexzesse der letzten Kriegstage, die im historischen Gedächtnis der Stadt lange verborgen geblieben waren.
Die deutsch-italienische Webdoku „Im märkischen Sand“ ist eine crossmediale, interaktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der italienischen Militärinternierten. Entlang einer Auswahl einzelner Filmepisoden stellen der Filmemacher Matthias Neumann und die italienische Regisseurin Nina Mair diese Geschichte im Dialog mit dem Publikum vor.

Ausstellungsführungen mit Nadja Bennewitz, Historikerin M.A.:
Mittwoch, 28.3.18, 17.00 Uhr | Mittwoch, 11.4.18, 17.00 Uhr | Mittwoch, 18.4.18, 17.00 Uhr
Treffpunkt: Eingangsbereich Ratshausfoyer, Rathausplatz, Erlangen
Öffnungszeiten des Rathauses außerhalb der Führungen:
Montag, Dienstag, und Donnerstag: 8 bis 18 Uhr | Mittwoch und Freitag: 8 bis 12 Uhr

Termine für Gruppenführungen auf Anfrage: Nadja Bennewitz

Ausstellung und Veranstaltungen mit Unterstützung von und in Kooperation mit:

           

       

                      

Bismarckstrassenfest Erlangen          

 

Allgemeine Infos und Ausstellungstermine in anderen Städten: http://www.banditi.org

Veranstaltungsflyer zum download:

Veranstaltungsplakat zum download:

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Die Vergessenen der Geschichte – Afrodeutsche ZeitzeugInnen des Dritten Reichs

 Wochen der afrikanischen Diaspora und ihre Geschichte

Die ersten „Black History Weeks“ in Erlangen präsentieren in einer Reihe von Veranstaltungen die Geschichte und Bedeutung der afrikanischen Diaspora in Deutschland. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Ende des Zweiten Weltkriegs und vor allem der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die Erfahrungen schwarzer bzw. afrikanischer Gefangener in den Konzentrationslagern werden dabei ebenso beleuchtet wie die Rolle der afroamerikanischen GIs in der BRD.

Auftaktveranstaltung am Samstag, 19.9. 2015, 18.00 Uhr 

Stadtbibliothek Erlangen, Innenhof
Die Vergessenen der Geschichte. Afrodeutsche Zeitzeugin und Zeitzeugen des Dritten Reichs Weiterlesen

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Der schmale Grat zwischen Verweigerung und Widerstand

Deutsche Deserteure in der italienischen Resistenza

Über 100.000 deutsche Soldaten desertierten im Zweiten Weltkrieg. Gegen Deserteure, derer sie habhaft wurde, ging die Wehrmachtsjustiz mit erbarmungsloser Härte vor: 22.750 so genannte Fahnenflüchtige wurden zum Tode verurteilt. Viele wurden noch in den letzten Kriegstagen umgebracht.

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Auf der Flucht

Die abenteuerliche Geschichte eines Wehrmachts-Deserteurs

Als Walter B. Stalingrad nur mit Glück überlebt, immer mehr die Sinnlosigkeit des Krieges und die Schreckensseiten des NS-Regimes erkennt, fasst der Oberge­frei­te der Wehrmacht 1943 in Italien den folgenschweren Entschluss, zu deser­tie­ren. Über eineinhalb Jahre ist er bis Kriegsende auf der Flucht, zu­nächst in Florenz, später in Berlin, gejagt von Feld­jägern und der Gestapo …

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Ernst Jundt – ein deutscher Partisan

Die Geschichte des geheimen Informationsdienstes von „Gancia“

In den ersten Dezembertagen des Jahres 1944 war der Oberst der deutschen Garnison von Busana an der Nationalstraße Nr. 63 sehr wütend: Einer seiner Soldaten war zu den „Banditen“ übergelaufen! Wie konnte das passieren?

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Erinnerungen eines deutschen Deserteurs

„Wenn du keine Post bekommst, geht es mir prima“


M. E. – er möchte hier nur mit diesen Initialen genannt werden – war als junger Wehrmachtssoldat während des Krieges in Afrika und Italien. In seinem Kopf haben sich die Bilder der Soldaten und ZivilistInnen eingeprägt, die vor seinen Augen gestorben sind. „Aber viel schrecklicher waren die Erlebnisse, die ich zu Hause gesehen habe. Wie Hitler gesagt hat: Wir radieren. Aber dann haben die Engländer radiert.“

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Das Sondergericht Nürnberg

Im April 1933 begann die Einrichtung von Sondergerichten für spezielle Strafsachen. In Nürnberg trat es erstmals am 12. April zusammen. Das Sondergericht Nürnberg gilt als besonders brutales Instrument der NS-Herrschaft: Von den 16 Angeklagten beim Nürnberger Juristenprozess 1947 wurden nur vier zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt, davon zwei Richter des Sondergerichts Nürnberg, Oswald Rothaug und Rudolf Oeschey.

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