8. Mai | Feier zum Tag der Befreiung

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„Wir kapitulieren nie!“ – stand noch an vielen Gebäuden, als das Oberkommando der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 offiziell und bedingungslos die Waffen strecken musste. Als die Nachricht vom Ende der deutschen Besatzung am selben Tag in Paris eintraf, war dies der Auftakt zu einem zweitägigen Fest: Die Menschenmassen feierten auf den Straßen den Sieg über Deutschland. Seitdem ist das Ende vom Nationalsozialismus ein jährlicher Anlass zum Feiern.

Neben Redebeiträgen zur Geschichte des 8. Mais und antifaschistischer Arbeit im Jahr 2019 gibt es dazu auch Musik.
LineUp:
Arny [Drum and Bass]
Julian-DJ [Techno]
SBJ [Acid/Mentaltekk]
subtractive noise [Techno]

In einigen Ländern ist der Tag der Befreiung ein offizieller Feiertag. Beispielsweise in Italien gilt der 25. April (Italien wurde knapp zwei Wochen vorher befreit) als einer der beiden höchsten Nationalfeiertage. In Deutschland dagegen konnte sich die Feierlaune nie richtig durchsetzen. Die Befreiung wurde als Niederlage empfunden. Der 8. Mai war der „Tag der Kapitulation“.

Folgerichtig ist der 8. Mai auch kein deutscher Feiertag. Heute wird dieser Tag zwar differenzierter, meistens jedoch gar nicht wahrgenommen. Wie in anderen Bereichen auch, gab es weniger Brüche und mehr Kontinuitäten zu NS-Strukturen und Ideologien. Aus diesem Pool wurde sich über die Jahrzehnte hinweg personell und politisch gerne bedient – auch von Seiten der ehemaligen Alliierten.

Deserteure, Kriegsdienstverweigernde, Wehrkraftzersetzende und andere Menschen, die sich mit hohem persönlichen Risiko auf die Seite des Widerstandes gestellt hatten oder nur nicht mitspielen wollten, galten als Verräter und kaum als Vorbild.

Lasst uns den 8. Mai feiern! Zum Gedenken an die vielen unbeachteten Geschichten vor und nach der Befreiung: widerständige, subversive, aufrechte, verweigernde und solidarische. Geschichten von Frauen mit und ohne Waffen, die mancherorts das Rückgrat des Widerstands bildeten und gleichzeitig zum gesellschaftlichen Befreiungsschlag ausholten. Geschichten von jüdischen Aufständen in Ghettos und Lagern; Flucht, Schmuggel und Rettungsaktionen aus den Städten in die Wälder, auch zum dortigen PartisanInnenkampf. Auch über die Soldaten der alliierten und roten Armeen gibt es bekanntere Geschichten. Sehr selten erzählt sind dagegen die Schicksale der Menschen aus der sogenannten 3. Welt: Sie und ihre Lebensgrundlagen wurden von allen Seiten rücksichtslos ausgebeutet. In vielen Armeen waren sie die frei- oder unfreiwillige Speerspitze, mussten die militärische Drecksarbeit leisten und wurden dennoch rassistisch angefeindet.

Diese Menschen sind ein guter Grund zum Feiern!

Zur aktuellen politischen Lage:

Abbau von Freiheits- und Bürgerrechten:
2018 wurde das neue Polizeiaufgabengesetz (PAG) in Bayern beschlossen. Fast alle anderen Bundesländer zogen nach.
Die Polizei erhält geheimdienstliche Befugnisse, wie umfassende Überwachung der Kommunikation und Bewegung ohne Tatverdacht. Damit wird das als Lehre aus dem Nationalsozialismus gezogene Trennungsgebot von Polizei und Geheimdienst aufgeweicht. Außerdem wird mit der „Gefährderhaft“ ein Äquivalent zur Schutzhaft im dritten Reich geschaffen. Damit wird das Programm der AfD zum Staatsumbau vorrauseilend umgesetzt.

Rechter Terror in Deutschland:
Neun Jahre lang mordete der nationalsozialistische Untergrund in Deutschland unbehelligt und wurde dabei teilweise auch von V-Männern des „Verfassungsschutzes“ unterstützt – eine transparente Aufarbeitung von staatlicher Seite wird nicht angestrebt.
Auch im Jahr 2019 sind rechte Terrornetzwerke aktiv- auch aus dem Staatsapparat heraus. Unter dem Label „NSU 2.0“ verschickten Angehörige der hessischen Polizei Drohschreiben an ihre politischen Feinde. Im Tarnverein „Uniter“ organisieren sich aktive und ehemalige Angehörige des Zolls, der Polizei, der Bundeswehr und von Spezialkräften. Gemeinsam planen und trainieren sie für einen faschistischen Putsch: am „Tag X“ sollen Linke und
andere Demokraten organisiert hingerichtet werden und die Staatsmacht an sich gerissen werden. Uniter ist immer noch ein legaler Verein – der Staat schaut weg.

Unsere Antwort: Antifa!
Die Antifa oder auch „Antifaschistische Aktion“ ist nicht als Institution zu verstehen, sondern beschreibt erst einmal nur eine Leitidee, unter der sich zivilgesellschaftlich Aktive gegen Nationalismus, Rassismus und jegliche andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit versammeln und auch politisch organisieren. Antifaschistische Gruppierungen sehen ihre Arbeit vor allem in der Recherche, Aufklärung und Dokumentation von rechtsnationalistischen, -populistischen und faschistischen Aktivitäten und in der Organisation von Widerstand mit dem Ziel, eine wirklich offene Gesellschaft für alle zu schaffen.
In diesem Sinne: bildet Euch, bildet Andere, bildet Banden!

Wir freuen uns auf euch!

Eine Veranstaltung vom
antifa-café erlangen 
mit einer ausstellung von gruppo diffuso      

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